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Gitarre Allgemein

Wie die Akustikgitarre funktioniert

Alle akustischen Saiteninstrumente erzeugen und verbreiten ihren Klang nach einem ähnlichen Prinzip.

Wenn eine Saite angeschlagen wird, versetzt dies die Luft in Schwingung. Indem diese Energie über den Steg (die beiden Stellen, an denen die Saite in direktem Kontakt mit dem Korpus steht) in den Klangkörper gelangt, schwingt das Material zusammen mit den Saiten und erzeugt einen hörbaren Ton.

AKTOREN DIE DEN KLANG BEEINFLUSSEN

Der Klang einer Akustikgitarre hängt sowohl vom verwendeten Material als auch von der Bauweise ab. Diese Elemente spielen eine entscheidende Rolle für die Lautstärke und Qualität des

Tones. Es gibt keine Formel für das perfekte Design – zum einen bevorzugen nicht alle Musiker denselben Sound, zum anderen passen manche Instrumente einfach besser zu einem bestimmten Musikstil. Ein sehr wichtiger Punkt ist die Beschaffenheit des Holzes. Was immer ein Instrumentenbauer auch unternimmt, um die Konstruktion der Gitarre zu standardisieren, zwei Holzstücke – selbst wenn sie vom selben Baum stammen – sind niemals gleich. Daher können auch zwei Gitarren niemals identisch sein.

In den 1920er Jahren versuchten Gitarrenbauer Instrumente mit lauterem Klang zu entwickeln. Dies wurde weitgehend durch die Vergrößerung des Korpus erreicht.

Doch der Klang wird auch von den Verstrebungen (Bracing) auf der Rückseite der Decke und des Rückens beeinflusst. Das Bracing stützt nicht nur den Korpus, es verhindert auch, dass das Holz sich verzieht. Durch diese Streben werden die Schallwellen im Korpus beeinflusst, was sich auf die Klangcharakteristik auswirkt.

Bei der Konstruktion von Akustikgitarren kann eine Vielfalt an Materialien verwendet werden. Besonders wichtig ist jedoch, dass das Holz abgelagert ist, damit ein Großteil der darin enthaltenen Feuchtigkeit verdampfen kann. Wenn frisches Holz verwendet wird, verliert es durch den Austrocknungsprozess bald seine Form. Deshalb ist es wichtig, das Holz über einen langen Zeitraum hin trocknen zu lassen. Eine ebenfalls gängige (und billigere) Alternative ist die Verwendung von Holz, das im Ofen vorgetrocknet wird und anschließend nur noch ein paar Wochen lagern muss.
Jede Holzart hat ihren charakteristischen Klang, daher wird jedes Akustikinstrument aus einer Kombination verschiedener Hölzer gebaut. Die Decke besteht bei den meisten qualitativ hochwertigen Instrumenten aus europäischer oder kanadischer Fichte. Günstige Modelle werden aus Laminat oder Sperrholz gefertigt. Für Zargen und Rücken verwendet man meist Rosenholz, Ahorn oder Mahagoni. Die Verstrebungen werden häufig aus Kiefernholz geschnitzt.

Bei der Konstruktion des Gitarrenhalses wird eine größere Materialvielfalt verarbeitet. Brasilianisches Mahagoni gilt unter vielen Gitarrenbauern als das Beste, obwohl es als geschützte Holzart immer schwieriger zu finden ist. Eine billigere Alternative ist Ahornholz. Das Griffbrett wird in der Regel aus Rosenholz geschnitzt, für teurere Modelle auch das dichte und länger haltbare Ebenholz verwendet.

Sollte die Gitarre mal verstaubt sein – kann man sie mit einem Kompressor ausblasen.

Die Moderne Akustikgitarre

Ovation gilt als wahrscheinlich der bedeutendste Hersteller akustischer Gitarren in den letzten 50 Jahren. Das Unternehmen wurde in den frühen 1960er Jahren von dem Luftfahrtingenieur Charles Kaman gegründet. Seine Gitarren haben die Welt der Stahlsaitengitarren revolutionär verändert.

Die Neuerung war, dass Rücken und Zargen der traditionellen Gitarre durch einen schalenförmig gerundeten Körper aus Glasfaser ersetzt wurde der

aus einem Stück bestand. Durch das Fehlen von Ecken und Kanten der Verstrebungen verfingen sich die Schallwellen nun nicht mehr im Klangkörper. Man konnte so nun mehr von dem natürlichen Klang hören. Nach diesen ersten Versuchen experimentierte Ovation mit weiteren synthetischen Materialien, unter anderem mit Kombinationen aus Fiberglas und Holz.

Die Balladeer war die erste Produktionsreihe von Ovation und kam

1966 auf den Markt. Vier Jahre später gab es eine elektro-akustische Version mit einem piezoelektrischen Transducer an der Unterseite des Stegs. Dieses System erzeugte einen natürlicheren Gitarrensound als es je durch ein Pickup am Schall-Loch eines akustischen Instruments möglich wäre.

Die Behauptung ist wohl kaum übertrieben, dass Ovation heute weitgehend für den Begriff »Elektro-Akustik« steht.

 

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